Biologika (auch Biopharmazeutika oder engl. Biologics) sind biotechnologisch hergestellte Proteine. Zu den komplexesten Biologika zählen monoklonale Antikörper (mAk).1 Sie waren zur Jahrtausendwende eine Revolution in der Behandlung von Menschen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen und werden weltweit bereits bei mehr als 350 Millionen Patienten angewendet.
Im Vergleich mit früheren Medikamenten, die chemisch hergestellt wurden, wirken Biologika schneller, oft auch bei Patienten, die auf die üblichen Therapien nicht reagieren. Im Idealfall kommt es zur Remission, also einem Stillstand der Erkrankung, vor allem bei mittelschweren bis schweren Verläufen.
Die Verfahren zur Herstellung von monoklonalen Antikörpern gehören zu den wichtigsten medizinischen Innovationen des 21. Jahrhunderts. An ihrer Entwicklung waren AbbVie-Forscher maßgeblich beteiligt. Zurzeit befinden sich weitere Medikamente gegen Erkrankungen aus den Bereichen Immunologie, Nieren- und Lebererkrankungen sowie Neurowissenschaften, Onkologie und Frauengesundheit in unserer Forschungs-Pipeline.

Foto von Prof. Dr. med. Bianca Wittig, Area Head Oncology Western Europe & Canada bei AbbVie

„Noch vor 20 Jahren bedeutete die Diagnose für Patienten mit rheumatoider Arthritis, Morbus Crohn oder Psoriasis häufig ein baldiges Ende ihrer Berufstätigkeit, einen drastischen Verlust an Lebensqualität und sozialen Rückzug. Mit der Entwicklung von monoklonalen Antikörpern sind wir bei AbbVie angetreten, eine zielgerichtete hochwirksame Therapie für Patienten zu entwickeln, für die es keine Behandlungsoptionen gab. Dies ist uns gelungen.“

Prof. Dr. med. Bianca Wittig, Area Head Oncology Western Europe & Canada bei AbbVie

Der Wert von Biologika am Beispiel der rheumatoiden Arthritis (RA)


Das Wort Arthritis bezeichnet die Entzündung von Gelenken, die meistens mit der Zeit durch die Erkrankung zerstört werden. Sie betrifft ca. 1 % der Bevölkerung und dreimal mehr Frauen als Männer. RA ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung und beginnt bei den meisten Patienten in einem Alter zwischen 40 und 50 Jahren.

Typische Symptome sind steife Finger- und Handgelenke morgens nach dem Aufstehen, geschwollene Gelenke und Druckschmerzen in den Fingern und Zehen. Die meisten Betroffenen können ihre Faust nicht mehr schließen und nur noch mit verminderter Kraft zugreifen. RA verläuft meist chronisch-fortschreitend.2

Viele Patienten sind durch die einschneidenden Veränderungen und die dauernde Belastung durch ihre Erkrankung überfordert. Rückzug, negative Selbst- und Lebensbewertung, Niedergeschlagenheit, Hilf- oder gar Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und ein verfrühtes Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt sind die Folgen.

Dank moderner Therapien, u.a. mit Biologika, konnten bei Patienten mit RA die Arbeitsunfähigkeitstage zwischen 2002 und 2012 um 7-27 % verringert werden. Auch die Verrentung ging in den letzten 10 Jahren bei betroffenen Männern um 30 % und bei Frauen um 36 % zurück.3

Ähnlich ergeht es Patienten mit anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen, wie der Hauterkrankung Psoriasis oder den Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Auch für sie haben Biologika die Therapiemöglichkeiten deutlich erweitert. Informationen zu diesen Krankheitsbildern erhalten Sie auf unserer Informationsseite für Patienten: AbbVie Care.

Komplexe Erkrankungen erfordern Aufklärung und ein umfassendes Therapiekonzept

Die Gesundheit und Lebensqualität von Patienten müssen bei jeder Therapie im Vordergrund stehen. Dazu gehört die Teilnahme am Arbeits- und Gesellschaftsleben trotz schwerwiegender Erkrankung. Das wird erst möglich durch eine gute Therapie, die in den Alltag integriert werden kann, und Förderung durch Arbeitgeber und Gesellschaft. Zusammen können sie Patienten den Umgang mit der Erkrankung und Therapie erleichtern. „Uns war klar, dass unser Medikament in ein umfassendes Therapiekonzept eingebettet sein muss: Information, Hilfestellung beim Umgang mit der Erkrankung und ggf. der Therapie.“, so Professor Dr. med. Bianca Wittig, Medical Director bei AbbVie Deutschland.

 Blick in die Biologika-Zukunft:

Neue Wirkmechanismen und Indikationen

AbbVie entwickelt auch weiterhin innovative und zielgerichtete Therapien mit Biologika, besonders für solche Patienten, die bislang schwierig zu behandeln sind. Es müssen zum Beispiel Lösungen für Patienten gefunden werden, deren Krankheitskontrolle mit den aktuell verfügbaren Therapien nicht ausreichend ist. Denn viele Patienten warten auf Weiterentwicklungen der Therapieoptionen bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen. Auch in anderen Bereichen und bei seltenen Erkrankungen gibt es Bedarf für neue Behandlungsmöglichkeiten.

Hierfür hat AbbVie in den ersten zwei Jahren als unabhängiges Unternehmen mehr als 6,2 Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung investiert; einen großen Teil davon in biopharmazeutische Innovationen. Der Hightech-Standort Ludwigshafen in Deutschland ist mit rund 1000 Forschern der zweitgrößte Forschungsstandort von AbbVie weltweit.

Unsere Experten nutzen ihre verschiedenen Perspektiven und Einsichten für die Erforschung neuer Medikamente. Der Hauptfokus von AbbVie liegt dabei auf chronischen und lebensbedrohlichen Erkrankungen aus den Bereichen Immunologie, Nieren- und Lebererkrankungen sowie Neurowissenschaften, Onkologie und Frauengesundheit.

Foto von Dr. Corinna Klein, Laborleiterin Neuronanatomie bei AbbVie

„Jetzt untersuchen wir, ob unsere Erfahrungen mit den bestehenden Wirkmechanismen auf weitere Indikationen übertragbar sind und forschen an neuen Ansätzen für die Behandlung von chronisch-entzündlichen und neurodegenerativen Erkrankungen.“

Dr. Corinna Klein, Laborleiterin Neuronanatomie bei AbbVie

Mit Investitionen in Spitzentechnologien versuchen wir, die Therapie mit monoklonalen Antikörpern weiter zu verbessern. Deshalb sind wir uns sicher, die Entwicklung im Bereich von innovativen Biologika-Therapien auch in Zukunft maßgeblich mitzugestalten. Die Forschungsarbeit von AbbVie wird durch die Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie, von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen ergänzt.

Monoklonale Antikörper verbessern das Leben vieler Patienten und verzögern das Fortschreiten von chronisch-entzündlichen Erkrankungen signifikant. Mit dem Fortschritt im Bereich der Biotechnologie wurde es möglich, Medikamente zu entwickeln, die gezielt in die Entzündungsprozesse des Körpers eingreifen können. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite:

Biologika: Zielgerichtete Therapie aus lebenden Zellen
Biologika sind viel komplexer als herkömmliche Arzneimittel. Sie werden in lebenden Zellen produziert und durchlaufen einen sehr aufwändigen Herstellungsprozess.

 

1Biosimilars – An update focused on quality considerations. Steven Kozlowski, Office of Biotechnology Products. FDA. Aug 8, 2012. http://www.fda.gov/downloads/advisorycommittees/committeesmeetingmaterials/drugs/advisorycommitteeforpharmaceuticalscienceandclinicalpharmacology/ucm315764.pdf. Zuletzt abgerufen am 02.06.2015.
2http://dgrh.de/rheumatoidearthritis.html, abgerufen am 15.4.2015.
3Rheuma Management, Jan/Feb 2015, Seite 20.